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2. Hypothesen
Aus den Vorüberlegungen ergaben sich drei Hypothesen, die in der vorliegenden
Studie untersucht werden sollten und bisherige Versäumnisse auf dem Gebiet der
Analyse von Leistungsunterschieden zwischen Gruppen und Einzelpersonen
berücksichtigen, was bisher selten getan wurde:
- "Gruppen, deren Mitglieder hohe individuelle Fähigkeiten aufweisen,
besitzen gegenüber Einzelpersonen mit vergleichbaren Fähigkeiten
einen Leistungsvorteil; denn für Personen mit hohen Ausgangsfähigkeiten
handelts es sich bei einem komplexen Problem eher um ein disjunktives
Problem vom offensichtlichen Typ.
- Gruppen, deren Mitglieder niedrige Fähigkeiten aufweisen, sollten
dagegen gegenüber leistungsgleichen Einzelpersonen keine Vorteile
besitzen; denn für Personen mit niedrigen Ausgangsfähigkeiten
handelt es sich wegen der relativ hohen Schwierigkeit bei einem
komplexen Problem um eine disjunktive Aufgabe vom nicht-
offensichtlichen Typ. ...
- Gruppen benötigen mehr Zeit für die Bearbeitung eines komplexen
Problems als Einzelpersonen, wobei sich im Laufe der Bearbeitung
die Lösungszeit, denen der Einzelpersonen annähern sollte, da
Gruppen sich zunehmend auf aufgabenorientiertes Verhalten
beschränken sollten.
3. Darstellung der Untersuchung
3.1. Versuchspersonen
An der Untersuchung nahmen 96 studentische Versuchspersonen teil, die
hinsichtlich des Geschlechts gleichverteilt waren. Das Alter der Probanden
lag im Durchschnitt bei 25 Jahren.
3.2. Methodik
Die Untersuchung war in zwei Abschnitte geteilt:
I. In einem Vorversuch wurde mittels des computersimulierten
Szenarios "Heizölhandel" die bereichsspezifische Ausgangsfähigkeit
jedes Probanden ermittelt. Von entscheidender Bedeutung war dabei
die Steuerungsleistung der Probanden, d.h. die Anzahl von Simulationstakten,
die mit einem Anstieg des Kapitalwertes verbunden war. 20 Simulationstakte
waren möglich. Jeder Proband mußte das Szenario alleine steuern.
Anhand der Steuerungsleistung jedes Probanden im Vorversuch wurde ein
Mittelwert über alle Versuchspersonen gebildet, der zur Einteilung
der Probanden in Versuchspersonen mit hoher Ausgangsfähigkeit (Steuerungsleistung
höher als der Mittelwert) und niedriger Ausgangsfähigkeit (Steuerungsleistung
niedriger als der Mittelwert) genutzt wurde. Aufgrund der Steuerungsleistung,
die jeder Proband erzielte, bildete man Rangplätze. Die vier Probanden, deren
Steuerungsleistungen am nächsten beieinanderlagen, wurden jeweils zu
einem Vierertupel zusammengefaßt und aus diesem dann im Zufallsverfahren
unterschiedlichen Bedingungen zugeordnet:
- Dyade (zwei Versuchspersonen) mit gleichen Ausgangsfähigkeiten:
- hh-Gruppe (hohe Ausgangsfähigkeit)
- gg-Gruppe (geringe Ausgangsfähigkeit)
- Dyade (zwei Versuchspersonen) mit unterschiedlichen
Ausgangsfähigkeiten:
- hg-Gruppe (hohe und geringe Ausgangsfähigkeit)
- Einzelperson:
- h-Person (hohe Ausgangsfähigkeit)
- g-Person (geringe Ausgangsfähigkeit)
II. Der Hauptversuch bestand aus der Bearbeitung des ähnlichen,
computersimulierten Szenarios "Textilfabrik". Dieses Szenario wurde von
den unterschiedlichen Gruppen bzw. Einzelpersonen bearbeitet.
Untersuchungsvariablen waren dabei:
- die Steuerungsleistung, wiederum gemessen durch die Anzahl
der Simulationstakte, die mit einem Anstieg des Kapitalwertes
verbunden waren, und
- die Bearbeitungsdauer, bezogen auf zwei verschiedene
Bearbeitungshälften
(1. Bearbeitungshälfte = Simulationstakte 1 bis 10;
2. Bearbeitungshälfte = Simulationstakte 11 bis 20).
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