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Kleingruppenforschung

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Mit Ressourcen werden die Fähigkeiten bezeichnet, die ein Individuum zur Lösung einer Aufgabe bzw. eines Problems benötigt. Die potentielle Produktivität einer Gruppe ergibt sich danach aus den jeweiligen Ressourcen seiner Mitglieder und steigt mit zunehmender Gruppengröße an.

Allerdings treten enorme Produktivitätsverluste durch den Prozeß der Aufgabenbearbeitung auf, der durch alle intra- und interpersonellen Aktionen, der Motivation und dem Aufgabenverständnis gekennzeichnet ist. Je größer die Anzahl der Gruppenmitglieder ist, desto prägnanter sind auch die Prozeßverluste.

Der letzte Faktor bezieht sich auf die Art der Aufgabe. Dabei unterscheidet man zwischen (a) disjunktiven und (b) konjunktiven Aufgaben sowie (c) Aufgaben mit Ermessensspielraum:

  1. Disjunktive Aufgaben sind Aufgaben, in denen die Gruppe aus einer Vielzahl von individuellen Lösungsmöglichkeiten eine auswählen kann. Zum einen werden dabei Aufgaben vom offensichtlichen Typ und zum anderen Aufgaben vom nicht-offensichtlichen Typ unterschieden. Zu den offensichtlichen Aufgaben zählen solche, die nach dem Heureka-Prinzip verlaufen, d.h. daß ein richtiger oder ein falscher Lösungsweg entsprechend erkannt werden kann. Zu solchen Aufgaben kann das klassische Ehefrauen-Ehemänner-Problem gerechnet werden. Bei Aufgaben vom nicht-offensichtlichen Typ ist es nicht möglich zu unetrscheiden, ob ein vorgeschlagener Lösungsweg richtig oder falsch ist. Als ein klassisches Beispiel für solche Aufgaben gilt das Problem des Pferdehandels (von Maier und Solem, 1952).
  2. Bei konjunktiven Aufgaben müssen alle Gruppenmitglieder einen Beitrag zur Lösung beisteuern.
  3. Aufgaben mit Ermessensspielraum sind dadurch gekennzeichnet, daß die Gruppenmitglieder entscheiden (können), inwieweit eine individuell vorgeschlagene Lösungsalternative zur Problem- versus Aufgabenlösung genutzt wird, d.h. in welchem verhältnis Einzelleistungen zum Gruppenprodukt stehen (sollen).
Eine ähnliche Typologie (wie die Steiners) stammt von Davies (1973).

Der Typologie Steiners zufolge sollen Gruppen bei der Bearbeitung disjunktiver Aufgaben (offensichtlicher Typ) genauso gut abschneiden wie ihr bestes Gruppenmitglied und Davies zufolge mit erhöhter Aufgabenschwierigkeit noch bessere Lösungen erzielen als ihr bestes Mitglied. Demnach sollten Gruppen auch besser als EInzelpersonen in ihren Leistungen sein. Eine erhöhte Leistungsverminderung bei nicht-offensichtlichen Aufgaben läßt sich aus beiden Typologien herleiten. Die nicht-offensichtliche Lösung bedingt, daß Prozeßverluste zunehmend an Gewicht gewinnen und so die Gruppe Ressourcen ihrer einzelnen Gruppenmitglieder nicht voll nutzen kann.

Schlußfolgernd läßt sich somit sagen, daß Gruppenvor- bzw. -nachteile auch von der Aufgabenschwierigkeit und den Ressourcen der Gruppenmitglieder abhängen. Deshlab sollten beim Studium von Unterschieden zwischen Gruppen und Einzelpersonen in der Problem- bzw. Aufgabenbearbeitung auch die individuellen Fähigkeiten zur Lösung der Aufgabe/des Problems sowie die Schwierigkeit einer Aufgabe oder eines Problems Berücksichtigung finden.




  
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